Finiata: Allgemeine Informationen

Factoring ist in Deutschland ein Markt mit einem Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro. Wirklich nutzen können diese Form des Liquiditätsmanagements aber nur einige wenige Mitspieler. Das FinTech Unternehmen Finiata will daran etwas ändern.

Gegründet wurde der Factoring-Dienstleister im Juli 2016 – und wurde zuerst durch die Kenny Powers Internet GmbH betrieben. Im August 2016 erfolgte dann die Namensänderung in Blackbill Internet GmbH. Seit Juli 2017 tritt das Unternehmen als Finiata GmbH auf. Diesen Schritt hat das Management im Rahmen seiner Internationalisierung in Erwägung gezogen. Eigenen Angaben zufolge betreute der Dienstleister im Sommer 2017 8.000 Kunden, von denen etwa 50 Prozent den Service regelmäßig nutzen.

In der Praxis übernimmt Finiata nicht das eigentliche Factoring. Der Dienstleister sieht es vielmehr als seine Aufgabe, den entsprechenden Service zu vermitteln.

Achtung: Die eigentliche Factoringleistung übernimmt die solarisBank als Partnerinstitut. Hierdurch wird unechtes Factoring zur Verfügung gestellt, das Ausfallrisiko für eine Forderung übernehmen weder Finiata noch deren Partnerbank. Entsprechend der Position als Vermittler ist Finiata nicht regulierungs- und lizenzierungspflichtig. Das Unternehmen Finiata GmbH besitzt eine nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 GewO ausgestellte Erlaubnis als Darlehensvermittler.

Finiata auf Facebook: Finiata GmbH

Finiata: Die Zielgruppe

Für Finiata steht im Vordergrund, Vorfinanzierungsinstrumente einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen. Damit wollen die Gründer das bisher im Wesentlichen größeren Unternehmen zur Verfügung stehende Factoring öffnen. Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzung liegt auf der Hand, wo Finiata seine Zielgruppe sieht.

Die Serviceleistungen sprechen folgende Zielgruppen an:

  • Selbstständige
  • Freiberufler/Freelancer
  • Start-Ups
  • kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Der Vorteil für diese Zielgruppe liegt darin, dass sich mithilfe der durch Finiata vermittelten Factoringleistungen Kapitalflüsse sehr stark vereinfachen lassen. Statt als Freiberufler immer jede einzelne Forderung im Auge behalten zu müssen, steht zeitnah Liquidität zur Verfügung, die sich im Investmentprozess einsetzen lässt.

Finiata: Konditionen im Überblick

Factoring hat für kleine und mittlere Unternehmen in der Praxis bisher kaum große Bedeutung. Die Entscheidung für Finiata richtet sich nach den Konditionen. Aus Sicht der Kunden stehen an diesem Punkt zwei Aspekte im Mittelpunkt:

  • Wie teuer ist das Factoring bei Finiata?
  • Wie schnell und einfach steht das Kapital zur Verfügung?

Die Gebühren bei Finiata richten sich nach der Höhe eingereichter Rechnungen. Fällig werden (als Festpreis):

  • 3,5 % der Rechnungssumme für 30 Tage
  • 5,5 % der Rechnungssumme für 60 Tage
  • 7,5 % der Rechnungssumme für 90 Tage

Wer mit dem Service zufrieden ist und Finiata für die Vorfinanzierung weiterer Rechnungen nutzen will, muss mit Gebühren ab 3,5 Prozent rechnen. Erhoben wird das Entgelt auf den Brutto-Rechnungsbetrag. Wie hoch die Gebühren für den einzelnen Kunden sind, richtet sich nach dem Ergebnis der Bonitätsprüfung.

Damit eingereichte Rechnungen von Finiata anerkannt werden, sind einige Bedingungen zu erfüllen. Hierzu zählen:

  • Zahlungsziel liegt zwischen 14 Tagen bis 90 Tagen
  • Rechnungsempfänger ist noch nicht in Verzug
  • Leistungszeitpunkt liegt weniger als 60 Tage in der Vergangenheit
  • Rechnungsbetrag ist noch nicht beglichen.

Die Konditionen von Finiata im Überblick:

Mindesthöhe der RechnungVorfinanzierung ab 1 Euro
Höchstbetrag der Rechnung:Kein maximales Rechnungsvolumen
Gebühr:1. Rechnung 2,49 Prozent Bruttobetrag, jede weitere Rechnung ab 2,49 Prozent
Erforderliches Zahlungsziel:14 Tage bis 90 Tage
Leistungszeitpunkt:Maximal 60 Tage zurückliegend
Mahnkosten:40 Euro Pauschale in der 2. Mahnstufe

Gibt es weitere Punkte, die bei Finiata zu beachten sind? Unternehmen in der Insolvenz können über den Dienstleister in der Regel keine Vorfinanzierung in Anspruch nehmen. Was auf der anderen Seite möglich ist: Abschlagsrechnungen lassen sich über Finiata vorfinanzieren. Ferner ist keine Mindestlaufzeit oder Mindestanzahl von Rechnungen vorausgesetzt. Damit Rechnungen anerkannt werden, müssen:

  • eine Auftragsbestätigung des Rechnungsempfängers vorliegen und
  • die Leistungen bereits erbracht sein.

Nach Ablauf der Finanzierung zieht Finiata den Rechnungsbetrag inkl. Gebühren per SEPA-Lastschrift von Ihrem Auszahlungskonto ein. Sie müssen sich also um nichts weiter kümmern.

Achtung:

Da weder Finiata noch die Partnerbank das Ausfallrisiko übernehmen noch ein Inkasso betreiben, liegt das Risiko am Ende immer noch beim Rechnungssteller. Dieser muss im schlimmsten Fall nicht nur den strittigen Rechnungsbetrag ausgleichen – sondern auch die Servicegebühr zuzüglich der entstandenen Mahngebühr tragen.

Kontoeröffnung und Funktionen

Um die Serviceleistungen von Finiata in Anspruch nehmen zu können, ist die Registrierung natürlich zwingend Voraussetzung. Die Kontoeröffnung umfasst mehrere Schritte.

Die Finiata Anmeldung im Überblick:

  • Button „Kostenlose Registrierung“ in rechter Bildschirmecke anklicken
  • Persönliche Daten (Name, E-Mail und Passwort) angeben
  • Daten zum Unternehmen (Gesellschaftsform etc.) eingeben

Anschließend können die Leistungen von Finiata bereits genutzt werden. So ist es im Backend möglich, eine Rechnung manuell zu erstellen. Um es sich besonders einfach zu machen, hat das Unternehmen eine Drag-Drop-Funktion integriert.

Hiermit kann die betreffende Rechnung einfach in das zugehörige Bildschirmfeld gezogen werden. Achtung: Damit das System eine Rechnung bearbeiten kann, muss diese im pdf-Format vorliegen. Im Anschluss wird die eingereichte Rechnung geprüft und bewertet. Aus dem Ergebnis resultiert am Ende die Servicegebühr.

 

Tipp: Bei Finiata wird die Vorfinanzierung auf zwei Teilzahlungen aufgeteilt. Die zweite Zahlung erhalten Rechnungssteller, sobald der Empfänger den fälligen Betrag überwiesen hat. Theoretisch können bis zu 90 Prozent der Rechnungssumme in die „1. Rate“ fließen. Letztere wird bei beantragter Vorfinanzierung im Regelfall binnen 24 Stunden ausgezahlt. Dies hat wiederum Einfluss auf die Höhe der Servicegebühr.

 

Sobald die Rechnung geprüft ist, verschickt Finiata eine Info zu den Konditionen via E-Mail. Sofern diese nicht angenommen werden, entstehen bis zu diesem Punkt keine Kosten. Gebühren werden nur erhoben, wenn Rechnungssteller das Angebot des Dienstleisters für die Vorfinanzierung auch in Anspruch nehmen.

Wie geht’s nach Annahme der Vorfinanzierung weiter?

Wird das Angebot zur Vorfinanzierung angenommen, müssen sich Neukunden verifizieren. Gesetzt wird seitens Finiata auf das Video-Ident-Verfahren. Läuft alles glatt, kann die erste Teilzahlung angewiesen werden. Parallel verschickt Finiata die Rechnung zusammen mit einem Begleitschreiben an den eigentlichen Rechnungsempfänger.

Hintergrund: Die Zahlungen werden über ein Verrechnungskonto bei der Partnerbank abgewickelt. Dessen Daten werden über das Begleitschreiben bekannt gegeben. Übrigens zieht Finiata die Gebühren nicht bei der ersten Zahlung, sondern der zweiten Tranche ab.

Was macht Finiata besonders?

Finiata gehört zu den Vermittlern von Factoring-Dienstleistungen, die auch kleine Unternehmen und Freiberufler betreuen. Dies zeigt sich vor allem daran, dass es quasi keine Mindestanforderungen an die Höhe der Rechnung gibt. Darüber hinaus liegt die Gebühr für die erste Rechnung mit einem Festpreis von ab 3,5 % des Brutto-Rechnungsbetrags sehr niedrig.

Da es auch nach oben hin keine Begrenzung der Rechnungshöhe gibt, können Unternehmen auch nach einem gewissen Wachstum noch problemlos mit Finiata zusammenarbeiten.

Fazit: Einfach, aber nicht immer übersichtlich

Mit Finiata ist ein Dienstleister an den Start gegangen, der auch kleinen Unternehmen und Freiberuflern Möglichkeiten zur Vorfinanzierung gibt. Auf diese Weise verringert sich der finanzielle Druck. Die Bedienung der Plattform sowie die Anmeldung sind unkompliziert. Über die Drag-Drop-Funktion kann die Rechnung intern erstellt werden, der Kunde bekommt das gewohnte Layout zu sehen. Etwas komplexer wird Finiata bei den Gebühren. Hier ist lediglich klar, wie viel der Service mindestens kostet. Offen bleibt, welche Entgelte am Ende wirklich anfallen. Um hierüber mehr zu erfahren, müssen Nutzer erst die Anmeldung durchlaufen und eine Rechnung einreichen.

Unser Fazit zu Finiata
5 / 5 Unsere Wertung
{{ reviewsOverall }} / 5 Nutzerwertung (1 Bewertung)
Pros
  • Auch für kleine Unternehmen
  • Bedienung der Plattform unkompliziert
  • Rechnungserstellung online
    Cons
    • Gebührenstruktur unklar
    • Maximale Rechnungshöhe 200.000 €
    • Kein Inkasso
    Zusammenfassung
    Mit Finiata haben auch kleine Unternehmen und Freiberufler die Möglichkeit zur Vorfinanzierung. Allerdings sind die Funktionen nicht sehr übersichtlich.
    Bewertung5

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