Factoring-Funktionen | Factoring-Anbieter.de

Die Factoring-Funktionen sichern Unternehmensvorteile. Foto: istock/vadimguzhva

 

 

Beim Factoring übertragen Unternehmen Forderungen an einen Dienstleister, dieser nimmt das Geld von den Kunden entgegen beziehungsweise leitet ein Mahnverfahren ein. Es handelt sich somit um ein Outsourcing des Rechnungs- und Mahnwesens, das mit mehreren Vorteilen einhergeht. Die konkrete Art des Factorings unterscheidet sich: Firmen können beispielsweise sämtliche Forderungen an eine Factoringgesellschaft übertragen oder nur Forderungen, welche die Kunden nicht fristgerecht bezahlt haben.

 

 

Die drei Factoring-Funktionen erklärt

  • Finanzierungsfunktion
  • Delkrederefunktion
  • Dienstleistungsfunktion

Insgesamt profitieren Betriebe beim sogenannten echten Factoring von drei Factoring-Funktionen: der Finanzierungsfunktion, der Delkrederefunktion und der Dienstleistungsfunktion. Als interessierter Unternehmer sollten Sie vorab prüfen, ob Gesellschaften dieses echte Factoring mit allen drei Factoring-Funktionen anbieten: So fehlt beim unechten Factoring die Delkrederefunktion.

Finanzierungsfunktion: Bessere Liquidität für Unternehmen

Viele Firmen gewähren ihren Kunden ein Zahlungsziel, sie müssen erst in 7 Tagen, 14 Tagen oder in 30 Tagen zahlen. Diese lange Frist von 30 Tagen ist insbesondere im Geschäft mit gewerblichen Kunden verbreitet. Privat- sowie Gewerbekunden können sich über diesen Spielraum freuen, Zahlungsziele stellen einen kurzfristigen und zinslosen Lieferantenkredit dar. Unternehmen können diese liberalen Zahlungsmodalitäten bewusst als Kundenfreundlichkeit bewerben. Andererseits schlägt sich das negativ in der Liquidität nieder: An den Rechnungsbeträgen mit langem Zahlungsziel mangelt es bis zur erfolgten Zahlung, sie schmälern die Zahlungsfähigkeit.

Beispiel für die Finanzierungsfunktion

Ein Händler hat seine Rechnungen bei den Lieferanten beispielsweise längst beglichen, nun wartet er auf das Geld seiner Kunden. Dadurch ergeben sich Finanzierungslücken, sofern das Unternehmen nicht über größere finanzielle Reserven verfügt. Diese Lücken lassen sich mit Betriebsmittelkrediten wie einem gewerblichen Dispo oder einem Abrufkredit schließen. Dafür fallen aber hohe Zinsen an. Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder Start-ups mit unsicherer Zukunft haben zudem die Problematik, dass sie eventuell keine Betriebsmittelkredite erhalten.

Das Factoring als Instrument der kurzfristigen Finanzierung schafft Abhilfe. Die Factoringgesellschaft überweist sofort einen Großteil der ausstehenden Rechnungsbeträge und versorgt Unternehmen so mit der notwendigen Liquidität. Die Höhe beträgt häufig zwischen 80 und 90 % der Forderungen. Anschließend erwartet die Gesellschaft von den Schuldnern die Rechnungssummen. Bleiben diese die Zahlungen säumig, verantworten die Dienstleister das Mahn- und Inkassoverfahren. Sobald sie das Geld erhalten, zahlen sie der Firma einen weiteren Anteil. Einen zusätzlichen Prozentanteil behalten sie als Gebühr ein.

Diese der drei Factoring-Funktionen erweist sich bei regulärem Zahlungsverhalten der Kunden als wichtig, mit der Finanzierung durch die Factoringgesellschaft überbrücken Betriebe eine Zeitspanne zwischen 7 und 30 Tagen. Noch bedeutender ist die Finanzierungsfunktion bei Zahlungsversäumnissen. Bei säumigen Schuldnern kann es gegebenenfalls Monate oder Jahre dauern, bis die Rechnungssummen eingehen. Factoringgesellschaften bewahren vor diesem Risiko, sie überweisen zumindest einen Teil der Forderung innerhalb weniger Tage.

Die bessere finanzielle Ausstattung wirkt sich positiv auf Ihre betriebswirtschaftlichen Zahlen aus. Durch den Forderungsverkauf realisieren Sie eine Bilanzverkürzung, Ihre Eigenkapitalquote steigt. Bei Kreditverhandlungen können Sie dank der erhöhten Bonität attraktivere Konditionen durchsetzen. Auch bei Lieferungen auf Rechnung zeitigt die höhere Bonität positive Effekte, da Lieferanten genauso wie Banken Bonitätsprüfungen durchführen.

Delkrederefunktion: Absicherung gegen finanzielle Verluste

Das echte Factoring zeichnet sich durch eine weitere Funktion aus: Unternehmen übertragen das Risiko von Zahlungsausfällen an die Factoringgesellschaft. Sie verkaufen ihre Forderungen inklusive der Gefahr, dass Kunden dauerhaft nicht bezahlen. Sie versichern sich gegen einen Zahlungsausfall und verbessern damit ihre finanzielle Planungssicherheit.

Dieser Versicherungsschutz gilt pro Kunde bis zu einem bestimmten Limit. Das Limit hängt meist von der Bonität der Kunden ab, die Auskunfteien wie die Schufa ermitteln. Beispiel: Kauft ein Verbraucher mit schlechter Bonität für 1.000 Euro in einem Onlineshop ein, wird die Factoringgesellschaft nicht das gesamte Risiko übernehmen. Bei einem Kunden mit guter Bonität ist es dagegen wahrscheinlich, dass die Gesellschaft einen solchen Rechnungskauf größtenteils absichert.

Für diese der drei Factoring-Funktionen verlangen die Dienstleister zusätzliche Gebühren. Die Höhe der Gebühren hängt von dem Maß des Ausfallsrisikos ab, das sich statistisch berechnen lässt.

Dienstleistungsfunktion: Weniger bürokratischer Aufwand

Die Dienstleistungsfunktion als eine der drei Factoring-Funktionen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: Vor allem Mahnverfahren belasten Unternehmen. Sie müssen dafür personelle Ressourcen zur Verfügung stellen und Kosten für die Mahnbriefe tragen. Noch teurer wird es, wenn sie ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten müssen. Die Kosten für die Gerichte und Gerichtsvollzieher müssen sie vorfinanzieren, ohne zu wissen, ob der Schuldner tatsächlich bezahlen kann. Das alles kann eine Factoringgesellschaft erledigen und die Risiken tragen. Dafür fallen zwar ebenfalls Kosten an, diese lassen sich im Vorfeld aber exakt einschätzen. Führen Sie die Mahnverfahren dagegen eigenständig durch, begeben Sie sich in finanzielle Unwägbarkeiten.

Die geeignete Factoringgesellschaft finden

Suchen Sie die für Sie optimale Factoringgesellschaft, müssen Sie insbesondere zwei Punkte beachten: Erstens fragt sich, an wen sich das Angebot richtet. Manche Gesellschaften fordern einen Mindestumsatz in sechsstelliger Höhe, sie sprechen mittlere und große Firmen an. Andere schließen auch mit Freiberuflern und weiteren Kleinunternehmern Verträge ab. Zusätzlich interessiert, ob sich die Dienstleister auf bestimmte Branchen konzentrieren. Zweitens kommt es auf das Preis-Leistungs-Verhältnis an.

Auf unserem Fachportal können Sie sich detailliert über die Konditionen etablierter Factoringgesellschaften wie Finiata, Decimo und Deutsche Factoring Bank informieren!

Factoring-Anbieter im Überblick

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Freiberufler, Selbstständige, Gewerbetreibende, KMU100 % abzgl. GebührenAb 2,8 Prozent, Gebühr nach Bonität, Laufzeit usw.BaFin
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Freiberufler, Selbstständige, Kleinunternehmen100 % abzgl. Gebühren3,97 Prozent FestpreisgebührBaFin

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Factoring: Ein kluges Outsourcing

Es spricht einiges dafür, dass Sie sich die Vorteile der drei Factoring-Funktionen sichern. Sie erweitern Ihre finanzielle Basis und müssen nicht auf Betriebsmittelkredite zurückgreifen. Ferner schützen Sie sich vor dem Ausfallrisiko und können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.