Zessionskredit

Zessionskredit. Bild: istock/fizkes

Eine ausreichende Liquidität ist eine Grundvoraussetzung, damit ein Unternehmen – egal welcher Größe – Lieferantenrechnungen, Mieten und Gehälter pünktlich bezahlen kann. Wenn ein Unternehmen schnell wächst und Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen, können mitunter existenzbedrohende Liquiditätsengpässe entstehen. Als Unternehmer stehen Ihnen in diesen Fällen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um die Liquidität Ihres Unternehmens kurz- oder langfristig zu verbessern. Wenn Sie sich bei Ihrer Bank Geld leihen, verlangt die Bank in aller Regel entsprechende Sicherheiten für den Kredit. Eine Möglichkeit der Kreditabsicherung ist die Abtretung oder Zession der offenen Forderungen gegenüber Ihren Kunden an die Bank. Eine zweite Möglichkeit ist der Verkauf Ihrer Forderungen an eine Factoringgesellschaft.

Was ist ein Zessionskredit?

Ein Zessionskredit ist eine Form der kurzfristigen Unternehmensfinanzierung, bei dem die Forderungen des Kreditnehmers gegenüber seinen Kunden als Sicherheiten an den Kreditgeber abgetreten werden. Es handelt sich bei einem Zessionskredit um einen durch eine Forderungsabtretung, die Zession, besicherten normalen Kredit. Das ist meistens ein Dispositionskredit oder ein kurzfristiges Darlehen und keine eigenständige Kreditform.

Die Abtretung oder Zession ist im § 398 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) als ein schuldrechtlicher Vertrag definiert. Eine Zession ist ein sogenanntes Verfügungsgeschäft, bei dem ein Übergang einer Forderung vom ursprünglichen oder alten Gläubiger auf einen neuen Gläubiger erfolgt. Bei der Zession wird der alte Gläubiger als Zedent und der neue Gläubiger als Zessionar bezeichnet. Die Abtretung der Forderungen bei einem Zessionskredit erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen im Bürgerlichen Gesetzbuch sicherheitshalber. Es wird nur ein Wechsel der Gläubiger vollzogen. Eine prinzipielle Änderung des schuldrechtlichen Verhältnisses zwischen ursprünglichem Gläubiger und Schuldner erfolgt nicht.

Mögliche Arten von Zessionen

Bei einem Zessionskredit sind verschiedene Arten der Forderungsabtretung an den Kreditgeber möglich:

  • Einzelzession
  • Rahmenzession
  • Globalzession
  • Mantelzession

Bei der Einzelzession erfolgt die Abtretung einzelner Forderungen. Bei einer Rahmenzession treten Sie mehrere Forderungen an den Kreditgeber ab. Als Globalzession wird die Abtretung bereits bestehender und zukünftiger Forderungen bezeichnet. Bei einer sogenannten Mantelzession erfolgt die Forderungsabtretung bis zu einem vorher vereinbarten Höchstbetrag. Darüber hinausgehende Forderungen verbleiben bei Ihnen und werden nicht abgetreten.

Jede Zession kann als

  • offene Zession oder
  • stille Zession

erfolgen. Bei der offenen Zession werden die Drittschuldner, das heißt, Ihre Kunden, über die Abtretung der Forderungen an den Kreditgeber informiert. Bei der stillen Zession werden Ihre Kunden wie beim stillen Factoring nicht über die Forderungsabtretung in Kenntnis gesetzt. Bei einer stillen Zession ist es möglich, dass Sie als der ursprüngliche Gläubiger auch nach der Forderungsabtretung an die Bank die Begleichung der Forderung von Ihren Schuldnern verlangen können. Falls Sie eine Leistung aus einer an den Zessionar abgetretenen Forderung von Ihren Schuldnern erhalten, hat der Zessionar jedoch das Recht, die Herausgabe der Leistung von Ihnen zu verlangen.

Welche Voraussetzungen müssen bei einem Zessionskredit erfüllt sein?

Um einen Zessionskredit in Anspruch nehmen zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Diese Voraussetzungen sind:

  • ein wirksamer Abtretungsvertrag zwischen Zedent und Zessionar
  • die Forderungen müssen auf der Seite des Zedenten bestehen
  • die Forderungen müssen bestimmt und übertragbar sein

Im Abtretungsvertrag wird ähnlich wie beim Factoring festgehalten, dass Sie sich mit dem Zedenten darüber einig sind, dass Ihre Forderungen abgetreten werden sollen und zu welchen Bedingungen sie an ihn übergehen. Bis auf eine Ausnahme – die Abtretung einer durch eine Grundschuld abgesicherten Forderung – muss die Abtretungsvereinbarung keine besonderen Formvorschriften erfüllen. Für die Wirksamkeit der Abtretung ist es grundsätzlich erforderlich, dass Sie der Inhaber der Forderungen sind und dass diese Forderungen zum Zeitpunkt der Abtretung an den Zedenten tatsächlich bestehen und übertragbar sind.

Einige Forderungen können Sie nicht an die Bank abtreten. Zum Beispiel Forderungen, bei denen vor der Abtretung die zwischen Ihnen und Ihrem Schuldner ursprünglich getroffenen Absprachen verändert werden müssen. Eine Forderungsabtretung ist immer dann nicht möglich, wenn Sie in einer Vereinbarung mit Ihrem Schuldner eine Zession grundsätzlich ausgeschlossen haben. Ebenso ist eine Forderungsabtretung nicht möglich, wenn eine Leistungserbringung durch den Schuldner nur Ihnen gegenüber möglich ist.

Die Bestimmtheit einer Forderung bedeutet, dass eindeutig feststellbar sein muss, was Sie an den Kreditgeber abgetreten und was wem gehört. Dieser Punkt spielt insbesondere bei einer Vorausabtretung im Rahmen einer Globalzession eine wichtige Rolle.

Die Unterschiede zwischen Zessionskredit und Factoring

Bei einem Zessionskredit treten Sie die Forderungen gegenüber Ihren Kunden an den Kreditgeber ab und erhalten im Gegenzug die vereinbarte Kreditsumme. Die Kreditsumme bei einer Zession beträgt durchschnittlich etwa 50 % der Forderungshöhe. Bei einem Zessionskredit handelt es sich im Allgemeinen um ein kurzzeitiges Darlehen. Am Ende der Finanzierung werden die Forderungen wieder an Sie zurückübertragen. Während der Finanzierung verbleibt das Risiko eines Zahlungsausfalles bei Ihnen. Eine Übernahme des Delkredererisikos durch den Kreditgeber ist bei einem Zessionskredit nicht vorgesehen.

Im Gegensatz dazu verkaufen Sie beim Factoring die Forderungen gegenüber Ihren Kunden an das Factoringunternehmen und erhalten im Gegenzug innerhalb weniger Tage und je nach individueller Vereinbarung 80 bis 90 Prozent der Forderungssumme vom Factor ausbezahlt. Ein Unterschied besteht zudem darin, dass Sie mit dem Factor eine Übernahme des Ausfallrisikos vereinbaren können. Beim Factoring mit einer Delkrederefunktion sind Sie vor Zahlungsausfällen Ihrer Kunden sicher geschützt.

Ein weiterer und wichtiger Unterschied besteht bei der Bilanzierung der abgetretenen oder verkauften Forderungen. Bei einem Zessionskredit verbleiben die Forderungen gegenüber Ihren Kunden bei Ihnen als Kreditnehmer. Diese Forderungen müssen in Ihrer Bilanz ausgewiesen werden und haben daher einen negativen Einfluss auf die Eigenkapitalquote Ihres Unternehmens. Die im Rahmen des Factoring an einen Factor verkauften Rechnungen verbessern hingegen Ihre Eigenkapitalquote in der Bilanz, da sie bei der Bilanzierung außen vor bleiben und nicht berücksichtigt werden.

Gemeinsamkeiten zwischen Factoring und Zessionskredit

Zwischen Factoring und Zessionskredit gibt es eine Gemeinsamkeit. Bei der offenen Zession und beim offenen Factoring werden Ihre Kunden über die Abtretung beziehungsweise den Verkauf Ihrer Forderungen informiert. Sowohl beim stillen Factoring wie auch der stillen Zession werden sie hingegen nicht in Kenntnis gesetzt.

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Ein Zessionskredit eignet sich zur kurzfristigen Liquiditätsverbesserung und Finanzierung kurzfristiger Verbindlichkeit wie beispielsweise Warenlieferungen. Im Gegensatz dazu ist Factoring eine unkomplizierte, einfache und kostengünstige Möglichkeit, die Liquidität Ihres Unternehmens nachhaltig und signifikant zu verbessern. Factoring bietet Ihnen zudem wesentliche Vorteile bei der Bilanzierung, verbessert Ihre Eigenkapitalquote und kann Sie vor Forderungsausfällen schützen.