Factoring Vor- und Nachteile

Factoring Vor- und Nachteile

Dies sind die Factoring Vorteile und die Factoring Nachteile. Foto: istock/bowdenimages

 

Beim Factoring übertragen Unternehmen Forderungen an eine Factoringgesellschaft. Die Gesellschaft zieht die Forderungen anschließend von den Kunden ein. Der Vorteil besteht darin, dass sie den Firmen einen Großteil der offenen Rechnungsbeträge sofort überweisen. Beim klassischen sogenannten echten Factoring übernimmt der Factor zudem das Ausfallrisiko. Es gibt zahlreiche triftige Gründe, die dafür sprechen, dass Sie als Unternehmer die Factoring-Vorteile nutzen. Sie sollten aber bedenken, dass Factoring auch Nachteile bedeutet. Wägen Sie die Factoring Vor- und Nachteile intensiv ab. Damit Ihnen das gelingt, haben wir in diesem Beitrag die Vorteile sowie die Nachteile des Factorings aufgelistet.

 

Factoring: Die Vorteile

Die Vorteile des Factorings haben wir im Folgenden detailliert für Sie aufgelistet.

Liquiditätsgewinn

Die Factoringgesellschaft überweist Ihnen sogleich nach dem Einreichen der Rechnungen 80 bis 90 % des Rechnungsbetrags. Sie können unmittelbar über dieses Geld verfügen und müssen für die kurzfristige Finanzierung nicht auf Betriebsmittelkredite zurückgreifen. Bestenfalls bezahlen Sie mit diesen finanziellen Mitteln Ihre Lieferanten innerhalb der Frist, in der Ihnen ein Skonto gewährt wird. Der Skontosatz liegt im gewerblichen Bereich in der Regel zwischen 2 bis 3 %. In den Genuss dieser Preisreduzierung kommen Sie meist, wenn Sie die Rechnung innerhalb von sieben Tagen begleichen. Das zahlt sich fast immer aus. Gewöhnlich beträgt das Zahlungsziel 30 Tage. Schöpfen Sie dieses nicht aus und zahlen Sie etwa drei bis vier Wochen früher, profitieren Sie von dem attraktiven Preisrabatt. Mit dem Factoring können Sie schnell die finanziellen Mittel erhalten, die für die fristgerechte Zahlung notwendig sind. Factoring trägt maßgeblich dazu bei, die Liquidität Ihres Unternehmens zu verbessern.

 

Besseres Bonitätsrating

Verkaufen Sie Forderungen, können Sie diese aus Ihrer Bilanz streichen. Diese Bilanzverkürzung erhöht Ihre Eigenkapitalquote und damit Ihr Bonitätsrating. Das erweist sich in zweifacher Hinsicht als Pluspunkt. Erstens wirkt es sich positiv auf Ihre Bankkredite aus. Sie verbessern Ihre Chance auf einen Kredit. Darüber hinaus beruht die Zinshöhe auf Ihrer Bonität. Mit einer höheren Eigenkapitalquote steigt die Wahrscheinlichkeit auf niedrigere Zinsen. Zweitens prüfen Ihre Lieferanten Ihre Liquidität. Im schlimmsten Fall verweigern Sie eine Lieferung oder bestehen auf Vorkasse. Dank des Factorings meiden Sie diese Problematik, sofern sich Ihre Bonität momentan auf einem kritischen Niveau befindet.

 

Kein Ausfallrisiko mehr

Säumige Kunden können ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Bereits ein Zahlungsverzug von mehreren Wochen kann dazu führen, dass Sie Rechnungen nicht begleichen können. Noch gefährlicher ist es, wenn Ihre Kunden dauerhaft nicht bezahlen können. Arbeiten Sie hauptsächlich mit Großkunden zusammen, kann ein einzelner Zahlungsausfall existenzgefährdend sein. Aber auch Zahlungsausfälle von vielen Kleinkunden stellen ein veritables Risiko dar. Factoring schafft bei genau dieser Problematik Abhilfe, es garantiert finanzielle Planungssicherheit. Die Factoringgesellschaft überlässt Ihnen mindestens 80 bis 90 % der Rechnungssummen. Es spielt keine Rolle, ob die Kunden später bezahlen oder nicht. Entsprechend handelt es sich beim Factoring um einen wichtigen Baustein im Risikomanagement.

 

Entlastung vom bürokratischen Aufwand

Factoring hat Vorteile, die über die rein finanziellen Aspekte hinausgehen: Sie entlasten sich von einem erheblichen Arbeitsaufwand. Künftig versendet der Factor Rechnungen und Mahnungen. Zudem leitet er bei einem fortgeschrittenen Zahlungsverzug juristische Schritte wie einen Vollstreckungsbescheid ein. Das reduziert zum einen Ihre Sachkosten, zum Beispiel Portogebühren. Zum anderen, und das ist wesentlich bedeutender, sparen Sie Personalkosten. Sie können die gesamten Personalressourcen, die Sie für das Mahnwesen eingeplant haben, künftig einsparen.

 

Factoring-Anbieter im Überblick

AnbieterUnsere WertungWebseiteIdeal fürAuszahlungGebührenBaFin
Inkasso
Logo Billie

(4 Bewertungen)
Zum
Anbieter
KMU, Freiberufler und Selbstständige mit einem Mindestumsatz von 50.000 € p. a.Rechnungsbetrag abzüglich der Gebühr von 0,7 %Ab 0,7 %BaFin
Logo Compeon

(1 Bewertung)
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Anbieter
Freiberufler, Gewerbetreibende, Selbstständige, KMU100 % abzgl. GebührenProzentuale Gebühr entsprechend dem Rechnungsbetragkeine
Logo Rechnung.de

(7 Bewertungen)
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Anbieter
Freelancer, Selbständige, KMUs100 % abzgl. GebührenAb 0,5 % des RechnungsbetragsBaFin
Inkasso
Logo Deutsche Factoring Bank

(3 Bewertungen)
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Anbieter
Selbstständige und kleine Unternehmen mit einem Mindestumsatz vom 150.000 € p. a., mittelständische Unternehmen100 % abzgl. Gebührenindividuell, bonitätsabhängigBaFin
Inkasso
Logo Finiata

(0 Bewertungen)
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Anbieter
Freelancer, Selbständige, KMUs, Start-ups100 % abzgl. Gebühren
Innerhalb von 24 Stunden
Fixgebühren ab 3,5 %, abhängig von der LaufzeitBaFin
Logo Flexpayment

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Anbieter
Gewerbetreibende, Unternehmer, Freiberufler, KMU100 % abzgl. GebührenAb 3,95 % des Rechnungsbetrages, je 5.000 € mehr Rabatt in Höhe von 1 %Inkasso
Logo fundflow

(1 Bewertung)
Zum
Anbieter
Freiberufler, Selbstständige, Gewerbetreibende, KMU100 % abzgl. GebührenAb 2,8 Prozent, Gebühr nach Bonität, Laufzeit usw.BaFin
über Wirecard Bank AG

Inkasso
Logo iwoca

(1 Bewertung)
Zum
Anbieter
Selbstständige, Kleinunternehmen, lokale Online-Shops100 % abzgl. GebührenZinssatz pro Monat: 2 %keine
Logo rechnung48

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Anbieter
Freiberufler, Selbstständige, KMU100 % abzgl. GebührenindividuellBaFin

Inkasso
Logo Pagido

(0 Bewertungen)
Zum
Anbieter
Freiberufler, Selbstständige,
KMU
100 % abzgl. Gebühren2,9 bis 5 ProzentBaFin

Inkasso
Logo Commercial Factoring

(0 Bewertungen)
Zum
Anbieter
Kleine und mittelständische Unternehmen100 % abzgl. GebührenindividuellBaFin

Inkasso

 

Factoring: Diese Nachteile gibt es

Factoring bringt nicht nur Vorteile mit sich. Es bestehen auch Nachteile, die Sie sich vor Augen führen sollten, bevor Sie das Angebot einer Factoringgesellschaft in Anspruch nehmen. Vor allem die Kosten und der fehlende Einfluss auf das Debitorenmanagement verdienen Erwähnung.

 

Beträchtliche Kosten

Wie jeder andere Dienstleister will auch eine Factoringgesellschaft Einnahmen erzielen. Zudem will sie sich gegen das Ausfallrisiko absichern. Die Anbieter fordern unterschiedliche Gebühren, die sich zu einem relevanten Betrag summieren können. Die Kosten setzen sich aus folgenden Einzelpunkten zusammen:

 

Factoringgebühr: Diese berechnet sich prozentual am Umsatz. Bei einem Umsatz von mehreren Millionen liegt sie meist bei 0,25 bis 1 %, bei einem geringeren Umsatz deutlich darüber. Zahlreiche Faktoren beeinflussen diese Gebühr, dazu gehören das Ausfallrisiko und die Anzahl der Rechnungen.

 

Zinsen: Für die Vorfinanzierung verlangen die Gesellschaften Zinsen, die sich meist am 3-Monats-EURIBOR orientieren.

 

Servicegebühr für die Bonitätsprüfungen: Speziell für die Bonitätsprüfung Ihrer Kunden bezahlen Sie eine Pauschale.

 

Diese Gebühren und Zinsen ergeben auf Jahressicht eine hohe Gesamtsumme und schmälern damit den Gewinn Ihres Unternehmens. Sie sollten ausrechnen, ob unter dem Strich ein finanzieller Vorteil bleibt. Dabei sollten Sie sämtliche Faktoren berücksichtigen, zum Beispiel auch die Personalausgaben für das Rechnungs- und Mahnwesen.

 

Kein Einfluss auf das Debitorenmanagement

Einer der gravierendsten Factoring-Nachteile ist, dass Sie einer Factoringgesellschaft das Mahnwesen überlassen. Diese Auslagerung entlastet Sie zwar von diesem bürokratischen Aufwand, Sie haben aber keinen Einfluss mehr auf diesen sensiblen Teil der Kundenbeziehung. Factoringgesellschaften führen das Mahnverfahren nach einem festgelegten Muster durch, sie nehmen keine Rücksicht auf die Art des Kunden. Das kann dazu führen, dass sie wichtige Kunden verärgern und dass Sie eine gute Kundenbeziehung verlieren.

Haben Sie das Debitorenmanagement selbst in der Hand, würden sie in einigen Fällen wahrscheinlich anders verfahren. Beispiel: Ein langjähriger Stammkunde bleibt zum ersten Mal einen Rechnungsbetrag schuldig. Sie würden nicht sofort nach Ablauf der Zahlungsfrist eine Mahnung versenden. Stattdessen würden sie ein bisschen abwarten. Wenn der Rechnungsbetrag immer noch nicht auf Ihrem Konto eingegangen ist, würden sie zuerst zum Telefonhörer greifen.

 

Factoring: Vorteile und Nachteile individuell abwägen

Lohnt sich das Factoring für Sie? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, die Antwort hängt von zahlreichen individuellen Aspekten ab. Factoring-Vorteile wie die bessere Liquidität sind nur für die Unternehmen interessant, die aus eine Steigerung der finanziellen Mittel Vorteile wie die Skontierung von Einkäufen ziehen können. Parken Firmen dieses Geld dagegen auf einem unverzinsten Firmenkonto, überwiegen die Factoring-Nachteile.

Auch das Ausfallrisiko unterscheidet sich zwischen den Unternehmen stark. Bei den einen Betrieben empfiehlt sich dringend eine Risikoabsicherung, andere können darauf verzichten. Hinsichtlich des bürokratischen Aufwands stellt sich die Frage, wie umfangreich dieser überhaupt ist. Stellen Sie die Factoring-Nachteile den Vorteilen gegenüber und überlegen Sie gründlich!